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Gelatins Installation ist eine drei Meter hohe, fleischfarben-fröhliche Figur, die zwischen Balanceakt und Performance pendelt. Auf einer Besucher:innenbank balancierend, scheint die plüschige Gestalt in akrobatischer Pose gerade noch das Gleichgewicht zu halten. Der fragile Moment – pointiert durch strategisch platzierte Weihnachtskugeln an neuralgischen Stellen – spiegelt das vorweihnachtliche Wechselspiel von Erwartung, Stress und Vorfreude. Ein vertrautes Bild: Noch bevor die Bescherung beginnt, gilt es, zahlreiche „Bälle in der Luft zu halten“ und „eine gute Figur“ zu machen.
Gelatin beschreibt die Arbeit als „Balance zwischen Gestus und Gymnastik. Eine im romantischen Prekariat angesiedelte Selbstinszenierung von Risiko, Fest und Freude.“ Diese subversiv-humorvolle Reflexion trifft einen gesellschaftlichen Nerv und fügt sich schlüssig in jene Reihe ein, die den Weihnachtsbaum jährlich künstlerisch neu denkt – fernab von Konsum, Kitsch und Routine.
Credit: Gelatin, Frohes Fest 2, 2025
Textil, Glas, Holz, Metall, Galerie Meyer*Kainer, Wien
Foto: Simon Veres/Heidi Horten Collection