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Werktitel: Er und Sie (Alexej von Jawlensky, 1912)
Inventarnummer: K-126
Größe/Material: 66 × 42 cm, Öl auf Karton
Merkmale: sign. recto li. u. "A. Jawlensky"; sign., dat. und betit. verso "A. v. Jawlensky 1912; Er und Sie 1912"
Alexej von Jawlensky, Er und Sie, 1912 © Heidi Horten Collection
Menschliche Gesichter sind die Spezialität von Alexej von Jawlensky. In diesem Gemälde zeigt der russischstämmige Maler gleich zwei davon: vorne das eines Mannes, dahinter als Bild im Bild das einer Frau. „Er“, das ist der Künstler selbst, „Sie“ ist Marianne von Werefkin, Jawlenskys Lebensgefährtin. Intensive Farben, mal dicht gesetzt, mal locker verwoben, drängen aus dem Werk heraus. Nach dem Vorbild volkstümlicher Glasmalerei vereinfacht der Maler Formen und fasst die Gesichter in markante schwarze Konturen. So entsteht ein eindrucksvolles Beispiel für den expressiven Stil des Blauen Reiters. Dass sich Jawlensky dominant in den Vordergrund stellt, ist symptomatisch für die Beziehung des Paares. Auch Werefkin malt, gilt in ihrer Heimat sogar als „russischer Rembrandt“. Doch ist sie im Irrtum befangen, dass nur Männer wahre Kunst hervorbringen können. Ihre eigene Malerei gibt sie daher zehn Jahre lang auf, um Jawlenskys Karriere zu fördern. (SW)
Zusammenfassung der Provenienz
Das im Jahr 1912 von Alexej Jawlensky angefertigte Gemälde Er und Sie befand sich seit seiner Entstehung bis zum März 1941 im Eigentum und später im Nachlass des Künstlers. Nach Jawlenskys Tod ging das Bild in das Eigentum seiner Witwe Helene Jawlensky über und wurde nach deren Tod im Jahr 1965 an den Sohn Andreas Jawlensky (1902-1984), Locarno, Schweiz, weitervererbt. Andreas Jawlensky verkaufte das Gemälde 1971 an die Leonard Hutton Galleries, New York, wo es im Rahmen der Ausstellung German Expressionists von November 1972 bis Februar 1973 präsentiert wurde. Am 20. August 1998 bot die Galerie de Pury & Luxembourg Art, Genève, Schweiz, Heidi Horten das Gemälde aus europäischem Privatbesitz erfolgreich zum Kauf an.
PROVENIENZ
| März 1941 | Alexej von Jawlensky |
| Ab März 1941 | Nachlass des Künstlers / Helene Jawlensky |
| Seit März 1965 | Andreas Jawlensky, Locarno, Schweiz |
| 1971 | Hutton Galleries, New York, erworben von Andreas Jawlensky, Locarno, Schweiz |
| […] | Europäische Privatsammlung |
| August 1998 | De Pury & Luxembourg Art, Genf, Schweiz |
| 20.8.1998 | Heidi Horten, erworben von De Pury & Luxembourg Art |
| 2022 | HGH-Vermögensstiftung |
LITERATUR/ARCHIVE
| Kleeman Gallery (Hrsg.), Jawlensky, Ausst.-Kat., New York 1956, Nr. 11 |
| Clemens Weiler, Alexej Jawlensky, Köln 1959, Nr. 133, S. 236 |
| Kunstmuseum Winterthur (Hrsg.), Der Blaue Reiter und sein Kreis, Ausst.-Kat., 23.04.-11.06.1961, Nr. 96 |
| Pasadena Art Museum (Hrsg.), Alexej Jawlensky. A Centennial Exhibition, Ausst.-Kat., Pasadena Art Museum, 14.04.-19.05.1964, Nr. 36, S. 32 |
| Leonard Hutton Galleries (Hrsg.), Russian Avant-Garde 1908-1922, Ausst.-Kat., Leonard Hutton Galleries, New York, 16.10.-18.12.1971, Nr. 42, S. 98 |
| Leonard Hutton Galleries (Hrsg.), German Expressionists, Ausst.-Kat., Leonard Hutton Galleries, New York, November 1972 bis Februar 1973, Nr. 24, S. 42 |
| Allentown Art Museum (Hrsg.), The Blue Four and the German Expressionism, Ausst.-Kat., Allentown Art Museum, Allentown, 10.03.-21.04.1974, Nr. 18, S. 10 |
| Maria Jawlensky, Lucia Pieroni-Jawlensky, Angelica Jawlensky, Alexej von Jawlensky. Catalogue raisonné of the Oil Paintings, Vol. I (1890-1914), London 1991, Nr. 472, S. 364-365 |
| Clemens Weiler, Alexej Jawlensky. Köpfe, Gesichter, Meditationen, Hanau 1970, Nr. 120 |